Dinneden mit Zwiebel und Speck

Nun sitze ich endlich hier, mit einer dampfenden Tasse Tee. Und wenn ich aus dem Fenster schaue, dann tanzen mir orange-gelbe Blätter vor dem Fenster entgegen, die Äste bewegen sich im Wind und hier und da fällt ein dicker Regentropfen vom grauen Himmel. Was soll ich sagen? Der Herbst ist endgültig da! Irgendwie überrascht es mich doch jedes Jahr aufs Neue, dass es so schnell geht. Noch vor ca. 1 Monat haben wir mit Freunden am Baggersee gebadet und die heiße Sonne mit knappen 30 Grad genossen. Und jetzt ist der dicke Mantel ausgepackt und die Heizungen sind aufgedreht…
Die Tage verfliegen nur so und ich komme gefühlt gar nicht mehr hinterher mit alldem, was ich mir so vornehme…
Aber heute schaffe ich es endlich mal wieder, etwas auf dem Blog zu zeigen! Und ich hab euch was gaaanz Leckeres aus meiner Heimat Stuttgart bzw. Schwaben mit gebracht.

Ich möchte euch ein Rezept für schwäbische Mini-Dinneden vorstellen. Das Rezept passt wunderbar zum Herbst und lässt sich in vielen Varianten zubereiten. Neben der klassischen Variante mit Zwiebeln und Speck, zeige ich euch auch noch Varianten mit Feige und Serrano Schinken, Lachs und Rucola. Soooo unglaublich lecker, kann ich dazu nur sagen! Leider war zwischen Backen und Essen nicht sonderlich viel Zeit, so dass es nur die klassischen Dinneden mit Zwiebeln und Speck zum Foto-Shooting geschafft haben. 😉 Aber probiert unbedingt die Feigen-Variante aus, denn gerade bekommt ihr herrlich frische, aromatische Feigen!

Schwäbische Dinneden mit Zwiebeln und Speck

Die Dinnede (oder auch Dinnete, bzw. Dinnele oder Dünnele in Baden) ist die schwäbische Version des elsässisch-französischen Flammkuchens. Die Dinnede wird aus einem klassischen Hefeteig gebacken, ist etwas dicker und nicht ganz so hauchdünn. Auch in der Zubereitung des Belages gibt es Unterschiede. So kommt auf den Flammkuchen im Elsass ausschließlich Schmand, während die Dinnede mit einer Creme aus Schmand, Ei und nach Belieben Käse bestrichen wird. Für die Varianten mit Feige und Lachs habe ich einen Teil des Schmands mit Ziegenfrischkäse bzw. Ricotta ersetzt. Das schmeckt himmlisch!

Und hier zunächst einmal das Rezept für die klassischen Dinneden mit Zwiebel und Speck. Die Schmandcreme habe ich mit Zitrone verfeinert. Das schmeckt schön frisch und ist passend zum würzigen Speck.

Schwäbische Dinneden mit Zwiebeln und Speck
Ergibt ca. 12 mittelgroße Dinneden
Für den Teig
  1. 250 g Mehl (Typ 405)
  2. 250 g Mehl (Typ 550)
  3. 25-30 g frische Hefe
  4. 1 TL Zucker
  5. 300 ml lauwarmes Wasser
  6. 1 EL Olivenöl
  7. 1-2 TL Salz
  8. 1 TL abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
Für den Belag
  1. 300 g geräucherter Schinkenspeck
  2. 2 rote Zwiebeln
  3. 2 Knoblauchzehen
  4. 250 g Schmand
  5. 1 Ei (M)
  6. 50 g geriebener Bergkäse oder Emmentaler, nach Belieben
  7. 1 TL abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone, nach Belieben
  8. 1-2 TL Zitronensaft
  9. Salz
  10. frisch gemahlener Pfeffer
  11. 1-2 EL Schnittlauchröllchen, frisch geschnitten
Zubereitung
  1. Beide Mehlsorten in eine große Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken und die Hefe hineinbröckeln. Zucker dazugeben und mit ca. 5 EL des lauwarmen Wassers und etwas Mehl vom Rand zu einem Vorteig verrühren. Die Schüssel ca. 15 Min. stehen lassen.
  2. Das restliche lauwarme Wasser, Olivenöl, Salz und Zitronenschale in die Schüssel geben und alle Zutaten mit den Knethaken zu einem geschmeidigen, glänzenden Teig verkneten. Den Teig abgedeckt ca. 30-45 Min. gehen lassen.
  3. Den Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  4. Zwiebeln und Knoblauch schälen. Eine Zwiebel in feine Scheiben oder Streifen schneiden und beiseitelegen. Die andere Zwiebel zusammen mit dem Knoblauch fein hacken. Den Schmand in einer Schüssel mit dem Ei, ggf. geriebenem Käse, Zitronensaft und den Zwiebel- und Knoblauchwürfeln verrühren. Die Masse mit Salz und Pfeffer würzen. Den Schinkenspeck in feine Würfel schneiden.
  5. Den Teig in 12 Portionen teilen und jede Portion zu einem flachen, dünnen Kreis ausrollen. Die Teigkreise auf die Backbleche setzen und gleichmäßig mit der Schmandcreme bestreichen und mit Speckwürfeln bestreuen. Je eine Zwiebelscheibe mittig auf die Teigkreise setzen.
  6. Die Dinneden im Ofen bei 210 °C Ober-/Unterhitze ca. 15-20 Min. backen, herausnehmen und mit Schnittlauch bestreuen.
Tipp
  1. Die Dinneden können auch in süßer Variante gebacken werden. Hierfür die Teigkreise mit Schmand bestreichen und mit dünnen Apfelscheiben belegen. Zimt und Zucker darüber streuen und im Ofen wie oben angegeben backen. Passt super jetzt im Herbst!
Schätze aus meiner Küche http://www.schaetzeausmeinerkueche.de/

Und nun zu den Varinten Feige & Serrano-Schinken, sowie Lachs & Rucola:

Feige & Serrano-Schinken:
Den Teig wie im obigen Rezept beschrieben zubereiten und ausrollen. Für den Belag, 125 g Schmand mit 150 g Ziegenfrischkäse, 1 Ei, 1 gehackten Knoblauchzehe, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer verrühren. Die Creme auf den Teigkreisen verstreichen und die Dinneden mit Feigenvierteln belegen.
Dinneden im Ofen (wie oben angegeben) backen und direkt nach dem Backen mit Serrano-Schinken belegen. Nach Belieben kann man einige Basilikumblätter oder etwas Rucola auf die Dinneden legen.

Lachs & Rucola:
Den Teig wie im obigen Rezept beschrieben zubereiten und ausrollen. Für den Belag, 125 g Schmand mit 150 g Ricotta, 1 Ei, 1 gehackten Knoblauchzehe, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer verrühren. Nach Belieben kann man auch noch 1 klein gehackte Zwiebel unterrühren. Die Creme auf den Teigkreisen verstreichen und die Dinneden wahlweise vor oder nach dem Backen mit Räucherlachs-Streifen belegen. Rucola kommt auf alle Fälle nach dem Backen drauf und wer mag, kann dann noch leicht geröstete Pinienkerne darüber streuen und mit einigen Klecksen Basilikumpesto verfeinern.

Wenn ihr die Dinneden als Fingerfood zubereiten möchtet, dann teilt ihr den Teig einfach in 24 Portionen. So entstehen Mini-Dinneden.

Viel Spaß beim Backen!